ChatGPT als Suchmaschine: Was die Zahlen für Betriebe wirklich heißen
04. November 2026
KI-generiert, redaktionell von 8thsense ausgewählt, geprüft und freigegeben. EU AI Act, Art. 50
OpenAI behauptet, über ChatGPT laufe inzwischen ein Fünftel so viele Suchanfragen wie über Google. Unabhängige Auswertungen kommen auf deutlich weniger und zeigen vor allem eines: ChatGPT schickt kaum Besucher auf Websites. Für Unternehmen, die von lokalen Suchanfragen leben, ist das keine akademische Frage. Es geht darum, wo sich Zeit und Budget für Sichtbarkeit heute noch lohnen.
Die Ansage von OpenAI: 20 Prozent von Google
Adam Fry, bei OpenAI für das Endkundenprodukt ChatGPT zuständig, hat die Zahl am 2. November auf einer Presseveranstaltung genannt. Das Suchvolumen in ChatGPT entspreche 20 Prozent des Volumens bei Google, berichtet The Verge (Quelle: theverge.com). Als Suche zählt OpenAI jede Eingabe, die eine Websuche auslöst, nicht aber reine Begriffserklärungen oder einfache Anleitungen. Woher die Vergleichszahl für Google stammt, sagte Fry laut Bericht nicht. Zur Einordnung zieht The Verge Bing heran: Microsoft-Chef Satya Nadella hatte 2023 im Kartellverfahren gegen Google von rund 3 Prozent Marktanteil für Bing gesprochen. Gleichzeitig baut OpenAI Werbung in ChatGPT aus und hat im Oktober angekündigt, künftig auch Produktbilder von Sponsoren zu zeigen. Die Suchzahl ist also auch eine Botschaft an Werbekunden und Investoren.
Unabhängig gemessen: eher 12 Prozent
Das SEO-Werkzeug Ahrefs hat die Frage im Februar selbst durchgerechnet (Quelle: ahrefs.com). Ausgangspunkt sind zwei Herstellerangaben: Google mit rund 5 Billionen Suchen pro Jahr (etwa 13,7 Milliarden pro Tag, Stand Januar 2025) und ChatGPT mit 2,5 Milliarden Prompts pro Tag (Stand Juli 2025). Roh gerechnet sind das etwa 18 Prozent. Ahrefs-Analyst Patrick Stox stuft aber nur rund 65 Prozent der ChatGPT-Nutzung als klassische Suche ein und kommt so auf knapp 12 Prozent des Google-Volumens. Die Zahlen widersprechen sich nicht zwingend: OpenAI nennt einen aktuellen Wert mit eigener Definition, Ahrefs rechnet mit Daten von Mitte 2025 und eigener Abgrenzung. Belegbar ist am Ende nur der Trend, nicht die genaue Prozentzahl.
Der eigentliche Punkt: Klicks
Viel wichtiger für Unternehmen ist eine zweite Zahl aus derselben Auswertung. Ahrefs hat den Besucherverkehr von 76.000 Websites ausgewertet. Google liefert knapp 40 Prozent der Besuche, ChatGPT gerade einmal 0,21 Prozent. Google schickt damit rund 190-mal so viele Menschen auf Websites (Quelle: ppc.land). Die geschätzte Klickrate liegt bei Google bei etwa 29 Prozent, bei ChatGPT bei rund 1,3 Prozent. Diese Werte sind aus Anteilen hochgerechnet, nicht direkt gemessen. Das Bild ist trotzdem eindeutig: ChatGPT beantwortet Fragen im Chat, statt Nutzer weiterzuschicken.
Sichtbar sein, auch ohne Klick
Daraus folgt nicht, dass ChatGPT egal ist. Wenn jemand nach einer Tanzschule in Hannover, einem Pflegedienst im Umland oder einer Logopädie-Praxis fragt, entscheidet die Antwort im Chat, wer überhaupt genannt wird. Wichtig sind dabei vor allem zwei Stellschrauben:
Crawler zulassen: OpenAI unterscheidet zwischen dem Such-Crawler OAI-SearchBot und dem Trainings-Crawler GPTBot. Wer OAI-SearchBot in der robots.txt aussperrt, erscheint laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT. GPTBot lässt sich unabhängig davon blockieren (Quelle: platform.openai.com).
Keine Spezialtricks nötig: Google stellt klar, dass es für die KI-Übersichten und den KI-Modus keine zusätzlichen technischen Anforderungen gibt. Neue KI-Textdateien oder spezielles Markup seien nicht erforderlich (Quelle: developers.google.com).
Inhalte als Text: Öffnungszeiten, Preise, Leistungen und Einzugsgebiet gehören als lesbarer Text auf die Website, nicht nur in ein PDF oder ein Bild.
Unternehmensprofil pflegen: Google empfiehlt ausdrücklich, das Business Profile aktuell zu halten. Das hilft im klassischen Suchergebnis und in KI-Antworten gleichermaßen.
Messen statt raten: Klicks aus Googles KI-Funktionen landen in der Search Console im normalen Leistungsbericht. Verweise von chatgpt.com zeigt jede gängige Webanalyse.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für die meisten Betriebe bleibt Google der Hauptkanal, und zwar mit großem Abstand. Wer jetzt Budget von klassischer Suchmaschinenoptimierung abzieht, um auf ChatGPT zu setzen, folgt eher einer Pressemitteilung als den Daten. Teure Angebote für eine angebliche KI-Suchoptimierung sollten Geschäftsführer kritisch prüfen: Nach Googles eigener Aussage braucht es dafür nichts, was gute Suchmaschinenoptimierung nicht ohnehin leistet. Sinnvoll ist ein nüchterner Check, der meist an einem Nachmittag erledigt ist: robots.txt prüfen, ob OAI-SearchBot und Googlebot zugelassen sind, die wichtigsten Leistungsseiten auf klare Fakten in Textform durchgehen und das Google-Unternehmensprofil aktualisieren. Das kann die Person übernehmen, die ohnehin die Website pflegt.
Danach lohnt ein einfacher Praxistest: Stellen Sie ChatGPT die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, etwa nach einem Handwerksbetrieb in Ihrer Stadt oder einem Kursangebot für Kinder. Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen genannt wird und ob die Angaben stimmen. Falsche Öffnungszeiten oder veraltete Preise in einer KI-Antwort sind meist ein Hinweis auf widersprüchliche Angaben im Netz. Solche Tests lassen sich gut mit einem KI-Potenzial-Check der übrigen Abläufe verbinden, etwa bei Terminanfragen oder Kundenkommunikation. Der Rest ist Beobachtung: Steigt der Anteil von chatgpt.com in der eigenen Webanalyse über einige Monate deutlich, ist es Zeit, mehr Aufwand in diesen Kanal zu stecken. Bis dahin gilt: Google zuerst, ChatGPT nicht aussperren.