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Google haftet für falsche AI Overviews über Unternehmen

KI-generiert, redaktionell von 8thsense ausgewählt, geprüft und freigegeben. EU AI Act, Art. 50

Google haftet für falsche AI Overviews über Unternehmen

Das Landgericht München I hat Google in einer einstweiligen Verfügung untersagt, falsche Behauptungen in seinen KI-generierten Suchübersichten zu verbreiten. Zwei Münchner Verlage waren in den sogenannten AI Overviews fälschlich mit Abofallen, Betrugsmaschen und unseriösen Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht worden. Das Besondere: Das Gericht behandelt Google nicht mehr als neutrale Suchmaschine, sondern als unmittelbaren Verbreiter der KI-Aussage. Für jedes Unternehmen, das selbst KI einsetzt oder dessen Ruf von Google-Antworten abhängt, ist das eine Entscheidung mit Gewicht.

Was genau passiert ist

Nach Darstellung des Verfahrens (Az. 26 O 869/26, 26. Zivilkammer) hatte Googles AI Overview den beiden Verlagen Verbindungen zu dubiosen Firmen und sogar erfundene Telefonate angedichtet. Keine dieser Behauptungen stand in den verlinkten Quellen, die KI hatte sie eigenständig zusammengesetzt. Die Kanzlei Lausen erstritt daraufhin die Verfügung. Google muss die Falschaussagen unterlassen und trägt laut Bericht 80 Prozent der Prozesskosten. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um eine einstweilige Verfügung, nicht um ein rechtskräftiges Hauptsache-Urteil. Google kann dagegen vorgehen, und eine höhere Instanz hat noch nicht entschieden.

Warum das Haftungsprivileg wegfällt

Der Kern der Begründung ist für die Praxis entscheidend. Klassische Suchmaschinen genießen ein Haftungsprivileg: Sie zeigen fremde Inhalte an und müssen erst nach einem konkreten Hinweis reagieren (Notice and Takedown). Das Gericht sah die AI Overviews aber als etwas anderes an. Die KI fasse Ergebnisse “in eigenen Worten und nach einer eigenen Gliederung” zusammen und erzeuge damit eine neue, eigenständige Aussage. Wer eine eigene Aussage trifft, ist dafür unmittelbar verantwortlich. Das Argument, Nutzer sollten die Angaben ohnehin selbst prüfen, ließ das Gericht nicht gelten und verglich die Lage mit dem Presserecht: Wer eine Titelseite liest, muss die Schlagzeile nicht erst gegenrecherchieren.

Auch 91 Prozent Trefferquote schützen nicht

Ein Detail aus der Berichterstattung sollte jeder kennen, der über KI-Einsatz nachdenkt. Selbst wenn ein System in 91 Prozent der Fälle korrekt antwortet, bleibt die Haftung für die restlichen Fälle bestehen. Bei Millionen Abfragen wird aus einer kleinen Fehlerquote eine große absolute Zahl an Falschaussagen. Die Logik lässt sich auf jedes Unternehmen übertragen, das einen KI-Chatbot, einen automatischen Texter oder eine KI-Telefonauskunft einsetzt. Eine hohe durchschnittliche Qualität ist kein Freibrief. Jede einzelne falsche Aussage über einen Kunden, ein Produkt oder einen Wettbewerber kann teuer werden.

Zwei Risiken, die Sie unterscheiden sollten

Für mittelständische Unternehmen entstehen aus dem Fall zwei verschiedene Themen, die man nicht vermischen sollte:

  • Ihr Ruf in fremden KI-Antworten: Wenn Googles AI Overview oder ein anderer KI-Dienst Falsches über Ihren Betrieb behauptet, etwa eine angebliche Abofalle bei einer Pflegevermittlung oder erfundene Beschwerden über eine Tanzschule, gibt es jetzt einen rechtlichen Hebel gegen den Anbieter.
  • Ihre eigene Haftung als KI-Betreiber: Sobald Sie selbst KI nach außen einsetzen, sind Sie nach derselben Logik der direkte Verbreiter. Halluziniert Ihr Chatbot eine falsche Preiszusage oder eine Aussage über einen Mitbewerber, hilft Ihnen kein “das war die KI”.

Was das für Unternehmen bedeutet

Die praktische Konsequenz ist nüchtern, nicht dramatisch. Prüfen Sie erstens regelmäßig, was Google und andere KI-Dienste über Ihren Firmennamen ausspielen. Das kostet zehn Minuten im Monat und kann eine Rufschädigung früh sichtbar machen. Dokumentieren Sie Fehler mit Screenshot und Datum, das ist die Grundlage für jede spätere Beschwerde. Zweitens, und hier wird es für jeden relevant, der KI in die eigenen Abläufe holt: Ein KI-System, das mit Kunden spricht oder Texte veröffentlicht, braucht klare Grenzen. Es darf keine Aussagen über Dritte, keine verbindlichen Zusagen und keine Rechts- oder Gesundheitsauskünfte ohne menschliche Freigabe treffen.

Genau an dieser Stelle scheitern viele Schnellschüsse. Ein generischer Chatbot von der Stange, der ungefiltert auf alle Fragen antwortet, ist nach diesem Urteil ein Haftungsrisiko. Sinnvoll ist eine KI-Automation, die zu den eigenen Prozessen passt: mit festgelegten Themengrenzen, einem Protokoll der Antworten und einer menschlichen Kontrolle an den heiklen Stellen. Wer das von Anfang an mitdenkt, nutzt die Effizienz der KI, ohne sich die juristischen Probleme einzukaufen, die Google gerade vorgeführt bekommt. Klein anfangen, einen klar umrissenen Anwendungsfall absichern und erst dann erweitern, ist hier kein Zögern, sondern Risikomanagement.

Quellen

Weiterführend: KI-Automation für den Mittelstand — wie 8thsense Geschäftsprozesse analysiert und automatisiert.

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