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KI-Agenten nach Verbrauch: Warum Softwarekosten bald schwanken

KI-generiert, redaktionell von 8thsense ausgewählt, geprüft und freigegeben. EU AI Act, Art. 50

KI-Agenten nach Verbrauch: Warum Softwarekosten bald schwanken

Auf seiner Hausmesse Workday Rising in Las Vegas hat der HR- und Finanzsoftware-Anbieter Workday klargemacht, wohin die Reise bei KI-Agenten geht: Abgerechnet werden soll künftig nach Nutzung, nicht mehr nur pro lizenziertem Mitarbeiter. Ins Visier nimmt der Konzern dabei ausdrücklich nicht nur Softwarebudgets, sondern auch das Geld, das Kunden für Personal und Outsourcing ausgeben. Workday selbst ist für die meisten Mittelständler zu groß. Das Preismuster aber kommt längst auch in Werkzeugen an, die kleinere Unternehmen täglich nutzen, und es macht Softwarekosten deutlich schwerer planbar.

Was Workday angekündigt hat

Laut einem Bericht von The Register erwartet Workday, dass Kunden für KI-Agenten nach Verbrauch zahlen. Die Kosten steigen dann mit der Nutzung, nicht mit der Zahl der Beschäftigten. CEO Aneel Bhusri nannte das ein “far better model” als das klassische Abo pro Person und verwies auf die Rechnungen, die Workday selbst an Google Cloud, AWS und Azure zahlt (Quelle: theregister.com). Technisch flankiert wird das durch einen sogenannten Headless-Zugriff: KI-Agenten können über Werkzeuge auf Basis des Model Context Protocol (MCP) Daten in Workday lesen und Aktionen ausführen, ohne dass sich ein Mensch in die Oberfläche einloggt. Berechtigungen, Freigaben und Audit-Trails sollen dabei weiter greifen (Quelle: newsroom.workday.com). Konkrete Preise nennt die Pressemitteilung nicht.

Das Ziel: Budgets für Arbeit statt für Software

Bemerkenswert offen war Workdays Chief AI Officer Joel Hellermark. Automatisierung könne den Markt über Softwarebudgets hinaus in die Ausgaben für Arbeit und Dienstleistungen erweitern, sagte er laut The Register. Kunden gäben “tens of millions of dollars” für Outsourcing aus. Self-Service-Agenten hätten die Lösungsquote bei gängigen Anfragen um 25 Prozent erhöht, eine Zahl, die bislang nur vom Anbieter selbst stammt. Bhusri ergänzte, bei Workday intern gehe es weniger um Stellenabbau als darum, in Bereichen, in denen man früher eingestellt hat, schlicht nicht mehr einzustellen. Die Logik dahinter ist simpel: Wenn ein Agent Arbeit übernimmt, will der Anbieter einen Teil des Geldes, das vorher in Gehälter oder Dienstleister floss.

Selbst der Anbieter warnt vor der Token-Falle

Eine zweite Quelle bestätigt die Richtung und zeigt zugleich die Schattenseite. Laut diginomica sprach Bhusri vor der Messe von einem “new muscle”, also einer Fähigkeit, die Workday beim Preisgestalten erst aufbauen müsse. Kunden sollten so viel ausgeben, wie sie ausgeben wollen, “and not more than that”, denn genau das sei “the danger with tokens”. Er räumte ein, selbst bei der zugekauften KI-Firma Sana eine “huge bill” erzeugt zu haben (Quelle: diginomica.com). Workday habe seine internen Token-Kosten zwar vom Agentenpreis entkoppelt, Details dazu blieben aber offen. Wenn schon der Hersteller seine KI-Kosten erst im laufenden Betrieb beobachten will, sollten Kunden das erst recht tun.

Das Muster ist längst im Mittelstand angekommen

Workday ist kein Einzelfall. Ähnliche Modelle gibt es bereits bei Anbietern, die auch kleinere Unternehmen nutzen:

  • Salesforce Agentforce: Über sogenannte Flex Credits kostet jede Aktion eines Agenten 0,10 US-Dollar. Für eine beantwortete Produktfrage mit Terminbuchung rechnet Salesforce mit drei bis sechs Aktionen (Quelle: salesforce.com).
  • Microsoft Copilot Credits: Agenten aus Copilot Studio werden per Pay-as-you-go mit 0,01 US-Dollar pro Credit abgerechnet, nachträglich zum Monatsende und ohne Vorabbindung. Im Vorauskauf verfallen ungenutzte Credits nach einem Jahr (Quelle: microsoft.com).
  • Workday: verbrauchsabhängige Agentenpreise, Höhe noch nicht öffentlich.

Für die Buchhaltung heißt das: Aus einer festen Monatslizenz wird eine variable Position, die mit jedem neuen Anwendungsfall und jeder Rückfrage eines Agenten wächst.

Was das für Unternehmen bedeutet

Verbrauchspreise sind nicht per se schlecht. Wer wenig nutzt, zahlt wenig, und ein Agent, der Terminanfragen in einer Physiotherapiepraxis oder Standardfragen im Kundenservice eines Handwerksbetriebs beantwortet, kann günstiger sein als jede zusätzliche Teilzeitstelle. Das Risiko liegt in der Unvorhersehbarkeit. Bevor ein Agent produktiv geht, sollten Geschäftsführer drei Dinge klären: Erstens ein hartes Monatslimit im Admin-Bereich des Anbieters, bei Microsoft lassen sich etwa Ausgabenrichtlinien und Schwellenwerte setzen. Zweitens eine einfache Gegenrechnung, wie viele Minuten Arbeitszeit eine Agentenaktion tatsächlich spart, gemessen an echten Vorgängen statt an Herstellerversprechen. Drittens bei Vertragsverlängerungen gezielt nach Kostendeckeln, Vorabkontingenten und dem Verfall ungenutzter Credits fragen.

Gerade bei kleineren Teams entscheidet weniger das Tool über die Wirtschaftlichkeit als die Frage, wie sauber es in bestehende Abläufe eingebunden ist. Ein Agent, der wegen fehlender Schnittstellen zur Branchensoftware ständig nachfragt oder Daten aus mehreren Insellösungen zusammensuchen muss, verbraucht mehr Aktionen als nötig und treibt die Rechnung. Wer klein startet, einen klar abgegrenzten Prozess wählt und die Prozessautomatisierung mit messbaren Kennzahlen begleitet, behält die Kosten im Griff. Und die Ansage von Workday ist ein guter Anlass, die eigene Softwareliste einmal darauf zu prüfen, wo variable KI-Kosten bereits heute schleichend in den Rechnungen auftauchen.

Quellen

Weiterführend: KI-Automation für den Mittelstand — wie 8thsense Geschäftsprozesse analysiert und automatisiert.

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