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KI aus Deutschland: 96 Prozent wollen sie, aber nicht um jeden Preis

KI-generiert, redaktionell von 8thsense ausgewählt, geprüft und freigegeben. EU AI Act, Art. 50

Zum Auftakt des Digital-Gipfels der Bundesregierung hat der Digitalverband Bitkom am 2. November neue Umfragezahlen veröffentlicht: 96 Prozent der Unternehmen würden bevorzugt KI-Anwendungen deutscher Anbieter nutzen. Gleichzeitig sind 64 Prozent nicht bereit, dafür einen höheren Preis oder einen geringeren Funktionsumfang in Kauf zu nehmen. Der Wunsch nach souveräner KI ist also groß, die Zahlungsbereitschaft dafür nicht. Für Geschäftsführer, die gerade über ihre KI-Werkzeuge entscheiden, steckt in diesem Widerspruch eine sehr praktische Frage: Wie wägt man Herkunft, Kosten und Leistung sinnvoll ab? (Quelle: bitkom.org)

Was die Bitkom-Umfrage genau zeigt

Die Zahlen stammen aus zwei repräsentativen Telefonbefragungen von Bitkom Research. Für die Fragen zur Herkunft wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten zwischen Anfang Juli und Mitte August befragt, für die Fragen zur eigenen Haltung 602 Unternehmen bis Ende September. Neben Deutschland legen auch andere europäische Herkunftsländer zu, während die USA deutlich verlieren. Mehrfachnennungen waren offenbar möglich, die Werte summieren sich auf über 100 Prozent. Die Zahlen werden übereinstimmend auch von IT Finanzmagazin und Cash berichtet.

  • Deutschland: 96 Prozent würden bevorzugt deutsche KI nutzen
  • Frankreich: 46 Prozent (Vorjahr 38 Prozent)
  • Andere EU-Länder: 43 Prozent (Vorjahr 40 Prozent)
  • USA: 41 Prozent (Vorjahr 51 Prozent)
  • China: 12 Prozent (2025: 18 Prozent)
  • Herkunftsland wichtig bei der Anbieterwahl: 87 Prozent

Präferenz ist nicht gleich Kaufentscheidung

Wichtig für die Einordnung: Die Umfrage misst, was Unternehmen bevorzugt nutzen würden, nicht, was sie tatsächlich einsetzen. Wer im Alltag mit Microsoft 365, Google Workspace oder ChatGPT arbeitet, nutzt längst US-Technologie, oft ohne bewusste Entscheidung. Die 64 Prozent, die keine Abstriche hinnehmen wollen, beschreiben deshalb ziemlich genau die Realität vieler Betriebe: Herkunft ist ein Pluspunkt, aber kein Ausschlusskriterium. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst formuliert es entsprechend nüchtern. Angebote aus Deutschland müssten sich im Wettbewerb behaupten, unabhängig vom Standort. Sein Fazit: „Deutschland und Europa dürfen bei KI nicht nur Anwender sein, wir müssen auch Anbieter werden.“ Bis dahin bleibt die Frage, wie man heute klug auswählt, ohne auf ein Angebot zu warten, das es vielleicht noch nicht gibt.

Souveränität entsteht oft in der Architektur, nicht beim Logo

Für die meisten Unternehmen ist nicht entscheidend, auf welchem Kontinent ein Modell trainiert wurde, sondern wo ihre Daten verarbeitet werden und wie abhängig sie von einem einzelnen Anbieter sind. Genau hier liegt der pragmatische Mittelweg. Viele Aufgaben, etwa das Zusammenfassen von Anfragen, das Vorsortieren von E-Mails oder das Ausfüllen von Formularen, lassen sich so aufbauen, dass das Sprachmodell austauschbar bleibt. Sensible Daten wie Gesundheits- oder Personalinformationen können über europäische Anbieter oder selbst betriebene Open-Source-Modelle laufen, weniger kritische Aufgaben über das preiswerteste leistungsfähige Modell. Diese Trennung setzt allerdings voraus, dass Prozesse und Schnittstellen sauber geplant sind. Wer stattdessen fünf einzelne Abos nebeneinander betreibt, hat am Ende Insellösungen, in denen Daten verstreut liegen und ein Anbieterwechsel teuer wird.

Worauf es bei der Anbieterwahl ankommt

Statt pauschal „deutsch oder nicht“ zu entscheiden, lohnt sich ein kurzer, strukturierter Abgleich. Folgende Punkte sind für mittelständische Unternehmen meist ausschlaggebender als die Flagge auf der Website:

  • Datenverarbeitung: Wo stehen die Server, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO, werden Eingaben zum Training genutzt?
  • Austauschbarkeit: Lässt sich das Modell später wechseln, ohne Prozesse neu zu bauen? Gibt es eine offene API?
  • Echte Kosten: Lizenz pro Nutzer, nutzungsabhängige Gebühren und der interne Aufwand für Einrichtung und Pflege.
  • Leistung im eigenen Anwendungsfall: Ein Test mit echten Dokumenten aus dem Betrieb sagt mehr als jeder Benchmark.
  • Anbindung an Bestandssysteme: Ein Werkzeug, das nicht mit Branchensoftware, CRM oder Buchhaltung spricht, bleibt eine Insel.

Was das für Unternehmen bedeutet

Die Bitkom-Zahlen bestätigen, was viele Geschäftsführer ohnehin spüren: Man möchte unabhängiger von US-Anbietern werden, aber nicht auf Kosten der Produktivität. Die gute Nachricht ist, dass sich beides oft verbinden lässt, wenn man bei der Architektur ansetzt statt beim einzelnen Tool. Ein Pflegedienst kann Dokumentationsentwürfe über ein europäisch gehostetes Modell erstellen und gleichzeitig für Social-Media-Texte ein günstiges Standardwerkzeug nutzen. Eine Tanzschule oder ein Freizeitanbieter kann Kundenanfragen automatisch vorsortieren lassen, ohne dass Namen und Kontaktdaten das europäische Rechenzentrum verlassen.

Der sinnvolle Einstieg ist klein: einen konkreten Prozess auswählen, die beteiligten Daten nach Sensibilität einordnen und zwei bis drei Anbieter mit echten Fällen vergleichen. Wichtig ist, dass jemand die Zusammenhänge zwischen Datenschutz, Schnittstellen und laufenden Kosten im Blick behält, denn hier scheitern viele Pilotprojekte, nicht am Modell selbst. Wer KI-Automation so aufsetzt, dass Modelle austauschbar bleiben, muss sich bei der Herkunftsfrage nicht heute endgültig festlegen und kann umsteigen, sobald europäische Angebote preislich und funktional aufschließen. Wie eine solche Prozessautomatisierung mit austauschbaren KI-Bausteinen aussehen kann, hängt stark von den vorhandenen Systemen ab, daher lohnt der Blick auf die eigenen Abläufe vor der Toolauswahl.

Quellen

Weiterführend: KI-Automation für den Mittelstand — wie 8thsense Geschäftsprozesse analysiert und automatisiert.

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