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KI-Präsentationen: Welche Tools wirklich taugen

KI-Präsentationen: Welche Tools im Mittelstand wirklich taugen

In wenigen Minuten aus einer Stichpunktliste eine fertige Präsentation: Genau das versprechen inzwischen rund ein Dutzend KI-Tools. Das Fachmagazin t3n hat heute durchgespielt, welche davon brauchbare Ergebnisse liefern und welche nicht. Für Geschäftsführer ist das relevant, weil Präsentationen im Mittelstand selten ein Prestigeprojekt sind, sondern Zeitfresser: Angebotspräsentation, Schulungsunterlage, Vereinsvorstellung, Förderantrag. Wer hier eine Stunde spart, spart sie meist jede Woche.

Was die Tools heute tatsächlich leisten

Der Kern aller Anbieter funktioniert ähnlich: Sie geben ein Thema, ein paar Stichpunkte oder ein bestehendes Dokument ein, das Tool erzeugt daraus eine strukturierte Foliensequenz mit Layout, Bildern und teilweise Sprechernotizen. Die Qualität reicht von brauchbarem Rohentwurf bis zu Folien, die man so nicht aus der Hand geben würde. t3n fasst es nüchtern zusammen: schnelle Erstentwürfe ja, fertige Endergebnisse nein (Quelle: t3n.de). Die Tools nehmen die leere Seite weg, nicht die inhaltliche Arbeit. Für ein internes Meeting reicht das oft, für eine Kundenpräsentation ist Nacharbeit Pflicht.

Die relevanten Tools im Überblick

Für KMU interessant sind vor allem die Anbieter mit echtem Self-Service und niedrigem Einstieg. Eine Auswahl mit den im t3n- und HubSpot-Vergleich genannten Preisen:

  • Gamma: derzeit eines der meistgenutzten Tools, gibt Decks als responsive Webseite aus, exportiert aber auch nach PowerPoint und PDF, mit großzügigem kostenlosem Kontingent.
  • Tome: Storytelling-Ansatz, kostenloser Einstieg mit Credit-Kontingent, kostenpflichtig ab rund 8 US-Dollar pro Monat.
  • Decktopus: erzeugt aus einer Stichpunktliste eine vollständige Präsentation inklusive Sprechernotizen, Pro ab rund 8 US-Dollar pro Monat.
  • Beautiful.ai: über 60 anpassbare Vorlagen mit Corporate-Branding, ab rund 12 US-Dollar pro Monat.
  • SlidesAI: direkt in Google Slides integriert, kostenlose Stufe mit drei Präsentationen pro Monat.

Keines dieser Tools deckt alle Anwendungsfälle ab. Es gibt nicht die eine Anwendung, die Branding, Datenschutz und inhaltliche Tiefe gleichzeitig löst (Quelle: blog.hubspot.de).

Wo die Automatik an Grenzen stößt

Drei Schwächen ziehen sich durch fast alle Tests. Erstens das Design: Die Tools liefern saubere, aber generische Folien. Wer ein eigenes Corporate Design hat, muss Farben, Schriften und Logo meist manuell nachziehen, weil die Marken-Übernahme nur grob funktioniert. Zweitens der Inhalt: Die KI füllt Folien notfalls mit plausibel klingenden, aber falschen Aussagen. Zahlen, Referenzen und Fachbegriffe gehören gegengelesen, bevor sie an einen Kunden gehen. Drittens die Reife: Mehrere Anbieter stecken laut HubSpot-Vergleich noch in der Beta oder bieten nur eine Demo. Wer ein Tool fest in den Arbeitsalltag einbaut, sollte einen Anbieter mit stabiler, bezahlter Version wählen.

Datenschutz: der blinde Fleck

Fast alle genannten Tools sind US-Anbieter, und in keinem der Vergleiche wird der Datenschutz ernsthaft behandelt. Für ein KMU ist das der eigentlich kritische Punkt. Wer eine Angebotspräsentation mit Kundennamen, Preisen oder, im Pflege- und Gesundheitsbereich, sensiblen Daten in ein US-Tool kippt, gibt diese Inhalte an einen Auftragsverarbeiter weiter, oft ohne Vertrag zur Auftragsverarbeitung und ohne Kontrolle über die Speicherung. Für eine interne Schulungsfolie ist das unkritisch. Für alles mit Personen- oder Geschäftsgeheimnissen muss vorher geklärt sein: Wo liegen die Daten, gibt es einen AV-Vertrag, lassen sich Eingaben vom Modelltraining ausschließen.

Was das für KMU bedeutet

Der sinnvolle Einstieg ist klein und konkret. Nehmen Sie einen Mitarbeiter, der ohnehin viele Präsentationen baut, und geben Sie ihm zwei Wochen Zeit, ein kostenloses Tool wie Gamma an einem unkritischen, internen Anwendungsfall zu testen. Messen Sie, wie viel Zeit pro Präsentation tatsächlich übrig bleibt, nachdem das Ergebnis auf Marke und Korrektheit gebracht wurde. Diese Differenz, also der Weg vom KI-Rohentwurf zur vorzeigbaren Präsentation, ist der Punkt, an dem die meisten Tool-Versprechen leise enden.

Genau hier entscheidet sich auch, ob ein Standard-Tool reicht oder ob es eine echte Anbindung an die eigenen Prozesse braucht: an die bestehende Vorlagenwelt, an das CRM mit den richtigen Zahlen, an eine datenschutzkonforme Ablage. Ein generisches SaaS-Werkzeug nimmt einem die erste halbe Stunde ab. Ob daraus ein verlässlicher, DSGVO-fester Baustein im Tagesgeschäft wird, zeigt sich erst, wenn jemand die Tool-Logik an die realen Abläufe des Betriebs anpasst. Für eine gelegentliche interne Folie ist das überflüssig. Für ein Werkzeug mit täglichem Kundenkontakt ist es der eigentliche Hebel.

Quellen

Weiterführend: KI-Automation für den Mittelstand — wie 8thsense Geschäftsprozesse analysiert und automatisiert.

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